Mittwoch, 30. Dezember 2015

R.I.P. Lemmy Kilmister

Lemmy Kilmister, Bassist und Sänger der Band Mötörhead ist am 28. Dezember 2015, vier Tage nach seinem 70. Geburtstag, an einer Krebserkrankung, von der er erst zwei Tage zuvor erfahren hatte verstorben. Ihm zu Ehren einige Songs der Band.


 

Sonntag, 27. Dezember 2015

Rezension: Star Wars - The Force Awakens

STAR WARS - THE FORCE AWAKENS

© Lucasfilm
Heute erst gelesen, Disney hat die 5-Millarden-Grenze beim Umsatz geknackt. In erster Linie hat man das dem Erwerb von Marvel und Lucasfilm zu verdanken. So haben alleine Avengers - Age of Ultron und Star Wars - Das Erwachen der Macht rund 3 Milliarden eingespielt. Soviel einmal zum finanziellen Erfolg des neuen Star Wars-Streifens.

ACHTUNG AB HIER SPOILER

Disney entschied sich dazu für die neue Story alles nicht-filmische von Star Wars (Bücher, Comics etc.) welches George Lucas bis dato zum Kanon rechnete, aus ebendiesem rauszuschmeissen. Damit verärgerte man schon einen grossen Teil der eingefleischten Fanbase, welche die Jahrzehnte nach dem Erscheinen des ersten Films damit verbrachte, sich medienübergreifend die Stories einzuverleiben und ein Wissen anzueignen. Nach der ersten Ankündigung erhofften sich daher auch die Fans, dass eine der beliebten Trilogien aus der Literatur - die Thrawn-Trilogie oder die Han Solo-Trilogie - verfilmt werden. Doch wie gesagt, Disney entschied sich dafür alles was nicht verfilmt wurde aus dem Kanon zu werfen und etwas Neues zu kreieren. Dass mit J.J. Abrams ausgerechnet der Regisseur der beiden neusten Star Trek Teile verpflichtet wurde, der zudem bei den Trekkies alles andere als unumstritten war, galt schon beinahe als Blasphemie. Dennoch konnte man davon ausgehen, dass die Kinos gestürmt werden, sobald der berühmte Star Wars-Lauftext wieder über die Leinwände flimmert.

Wie sah das Ergebnis aus? Die Einstellungen sind teilweise wirklich bildgewaltig. Als Beispiel sollen die Einstellungen der Wüstenplaneten Jakku dienen, in denen Überreste von Sternenzerstörern und AT-AT Walkern vor sich hinrosten. Allgemein sind die Aufnahmen deutlich weniger CGI-lastig als bei Episode I-III und somit rein von der Bildsprache näher an der Originaltrilogie als die Prequels.

Die Töne und die Musik sind wie immer bei Star Wars ganz grosses Kino (man bemerke das schlechte Wortspiel). Einzig die Musik, welche beim ersten Erscheinen von Rey erklingt, passte für mich nicht in einen Star Wars Film und wirkte als Fremdkörper. Ich befürchtete, dass das Reys Thema werden soll. Allerdings fiel mir diese Musik später nicht mehr auf. Entweder wurde sie tatsächlich nicht mehr eingespielt, oder ich konnte mich während dem Sehen daran gewöhnen, so dass der Fremdkörpereffekt verschwand.

© Lucasfilm
Die Dialoge waren sicherlich besser als in Episode I-III. Die bedeutungsschwangeren, geschwollenen Gespräche zwischen Amidala und Anakin, welche mehr an eine erzwungene Variante von Romeo & Julia im Weltall als an Star Wars erinnerten, sucht man in The Force Awakens zum Glück vergebens. Nichtsdestotrotz muss man hier einiges bemängeln. In erster Linie ist dabei die Rolle des Finn, gespielt von John Boyega, zu nennen. Boyega spielt grossartig, ist neben Daisy Ridley sicherlich die Entdeckung des Films. Seine Dialoge wirken jedoch erzwungen, klischeehaft. Oft labert er ohne Punkt und Komma, schnell, überhastet, wirkt im Zusammenhang mit brenzligen Situationen beinahe hysterisch. Er erinnert dabei an einen Eddie Murphy, Chris Rock oder Chris Tucker. Sieht man sich Rush Hour oder Beverly Hills Cop an mag das ja passen. Bei Star Wars eher nicht.

Zu den schauspielerischen Leistungen: Fisher, Ford und Hammill lasse ich unkommentiert. Die konnten damals Han, Luke und Leia und daran änderte sich auch nichts. Boyega und Ridley spielen grossartig und passen perfekt in ihre Rollen. Anders verhält es sich bei Adam Driver. Als Kylo Ren zum ersten Mal die Maske abnimmt erlebten zahlreiche Zuschauer einen schönen "WTF-Moment". "Dieser Milchbubi soll der neue Vader sein?", war häufig als Reaktion zu hören und zu lesen. Tatsache ist, dass Ren ein unfertiger Villain ist. Geplant war in der neuen Trilogie nicht nur die Heldenreise, sondern auch das Gegenstück beim Bösewicht. Aus dieser Perspektive betrachtet, wäre Driver ein genialer Cast. Aber der Grat zwischen Genialität und Fehlbesetzung ist in diesem Fall sehr schmal. Oscar Isaac kann ich nicht objektiv beurteilen. Der Schauspieler ist mir nicht sympathisch. Liegt vermutlich daran, dass ich ihn bis jetzt nicht gerade in den sympathischsten Rollen sah, z.B. als Prinz John in Robin Hood. Mit aller zusammengekratzten Objektivität, hat er es glaube ich gut gemacht. Andy Serkis ist nach Gollum verdammt dazu erneut einen hässlichen CGI-Bösewicht zu spielen. In diesem Fall Supreme Leader Snoke. Auch wenn er mir leid tut, dass er immer solche Hackfressen darstellen muss, er kann es auf jeden Fall.

© Lucasfilm
So und jetzt zur Handlung. Sie ist eigentlich ähnlich wie die Handlung von Episode IV - A New Hope. Sehr ähnlich! Zu ähnlich? Hierbei gehen die Meinungen auseinander. Statt den Rebellen und dem Imperium stehen sich jetzt der Widerstand und die Erste Ordnung gegenüber. Benötigt man einen Auserwählten, der die Probleme löst, sucht man am besten auf einem Wüstenplaneten. Luke und Anakin fand man auf Tatooine, Rey sitzt auf Jakku. Aber Wüste muss sein. Ein Droide, der eine wichtige Botschaft bei sich trägt und per Zufall die Hauptfigur trifft, darf ebenso nicht fehlen. Die Rolle von R2-D2 übernahm jetzt BB-8. Die Einführung eines dritten Droiden interpretiere ich jetzt sehr bösartig als marketingtechnischen Schachzug, so dass Sammler nun ein drittes Modell kaufen können. Bösewicht tötet eine der Hauptfiguren, Todesstern (diesmal in übergross) pustet Planeten weg, Todesstern wird relativ easy eliminiert...alles dabei. Positiv betrachtet kann man es so interpretieren: Der Film ist eine Hommage an die alten Filme, bietet alten Fans eine nähere Grundlage zum Einsteigen als Episode I-III und Neulinge werden mit einem vergleichbaren Charme angelockt, wie die ersten Fans damals anno 1977. Negativ betrachtet könnte man sagen: Man hatte nach Episode I-III wenig Mut für neues und hat A New Hope recyclet.

Einige Logiklücken erschweren zudem den Genuss des Films. Bei Luke und Anakin sah man in den Vorgängerfilmen deutlich, dass das Erlernen der Macht nicht einfach ist und beide auch nach längerem Training unter Yoda bzw. Obi-Wan nicht alle Facetten kannten, wie man die Macht einsetzt, geschweige denn diese beherrschten. Rey hingegen geht nach dem "let's try"-Prinzip vor und ist dabei besser als Luke und Anakin nach wochenlangem Training zusammen. Dass die in der Macht ungeübten Rey und Finn Kylo im Laserschwertkampf vor Probleme stellen können, wirkt ebenfalls unglaubwürdig. Immerhin klopft sich Kylo mehrmals demonstrativ gegen die vorher zugefügte Wunde und vergiesst dabei ordentlich Blut, damit auch der letzte Kinobesucher kapiert "ich bin verwundet, echt heftig und so, nur darum können mir diese Noobs beinahe in den Arsch treten". Holzhammer ist hier das Stichwort. Vermutlich und hoffentlich bringen aber die Sequels Aufklärung, woher Finn und vorallem Rey ihre Skills haben. Die "Great Dictator"-Rede von General Hux vor dem Impe...sorry, vor der Ersten Order, war ebenfalls Holzhammer hoch zwölf. Mal abgesehen von den Uniformen, welche quasi die selben wie beim Imperium waren und schon "Nazi" schrien, war die gesamte Bildkomposition der Rede so konzipiert, dass man zwei Varianten hatte. Entweder man dachte an Distopyien à la Equilibrium, V wie Vendetta, 1984 etc. oder gleich an Adolf und Konsorten. Dass die Flaggen dabei die Farben schwarz-rot-weiss tragen, teilt auch dem letzten Begriffsstutzigen mit, dass die Erste Order keine Kandidaten für den intergalaktischen Friedensnobelpreis sind. Offenbar hat man bis zu diesem Zeitpunkt dem Zuschauer nicht zugetraut zu merken, dass die Erste Order die Bösen sind (über ein Massaker an unschuldigen Dorfbewohnern sieht man auch schnell mal hinweg).

Nun aber genug der negativen Kritik. Das vorher bös genannte "Recycling" von A New Hope, hatte durchaus sein Gutes. Ich spürte im Kino sofort die Verbindung zur alten Trilogie. Da ich die Filme damals zu Weihnachten auf VHS bekam und sie mir um die Weihnachtszeit herum ansah, wurde die Nostalgie dadurch gleich doppelt verstärt, dass der Film ebenfalls kurz vor Weihnachten anlief. Es war nicht die selbe Magie, die ich beim Film verspürte, wie damals als kleiner Junge. Das liegt vermutlich am Alter. Eine Magie war aber zumindest da und sie war der damaligen ähnlich. Und ich bin mir sicher, dass es nicht nur mir so erging. Ich mag die Prequels um Episode I-III, auch die beiden Clone Wars Filme und die dazugehörige Serie. Aber bei jedem Star Wars Marathon spürte ich den Bruch zwischen der alten Trilogie und der neuen. Es gehörte zum selben Universum und irgendwie doch nicht. Ich mag alle 6 Filme, aber ich spüre die Verbindung zu wenig. Fast so, als würde ich nach einem Lord of the Rings-Marathon noch Narnia oder Harry Potter oder etwas Anderes aus dem Fantasy Bereich einlegen würde. Es ist irgendwie ähnlich, aber halt nicht das Gleiche. Diesen Gap spüre ich zwischen Episode VI und VII nicht, trotz 32 Jahren Abstand. Ich kann mir gut vorstellen in einigen Jahren wieder einen Star Wars-Marathon einzulegen und die Teile IV-IX (oder wie viele auch schlussendlich erscheinen) an einem Stück zu sehen, ohne einen Bruch zu spüren.

Der Film hat unterhalten und hey...ENDLICH WIEDER STAR WARS!!

8/10

© Lucasfilm
Star Wars: Das Erwachen der Macht auf Wikipedia

Montag, 23. Februar 2015

Rechtzeitig zu den Oscars: Rezension und Gewinnspiel zu BOYHOOD

© Universal Pictures International Switzerland. All Rights Reserved.

In einigen Stunden werden die Oscars verliehen. Neben Birdman hat Boyhood die besten Chancen auf den Oscar für den besten Film. Patricia Arquette hat den Academy Award für die beste Nebendarstellerin so gut wie in der Tasche und auch Ethan Hawke gilt als einer der erweiterten Favoriten auf die beliebte Goldstatue als bester Nebendarsteller. Auch in einigen anderen Kategorien ist der Film nominiert. Zeit ihn unter die Lupe zu nehmen.

Der Film zeigt den zwölfjährigen Mason beim Aufwachsen. Von seiner Einschulung bis zum College. Sein Leben mit seiner Schwester und seinen getrennt lebenden Eltern. Eine nette Idee soweit, die dadurch an Qualität gewinnt, dass der Film wirklich während 12 Jahren gedreht wurde und die Darsteller immer dieselben blieben (nicht nur Hawke und Arquette sondern auch Ellar Coltrane und Lorelei Linklater die Mason und seine Schwester spielen). Im Sommer 2002 begannen die Aufnahmen und wurden Ende 2013 abgeschlossen. Die Darsteller wuchsen und reiften im echten Leben wie im Film.

Eine Story über das Erwachsenwerden, welche das Leben eines Jungen zeigt, hätte theoretisch das Potenzial zwischenzeitlich langweilige Szenen zu beinhalten. Dem ist mitnichten so. Der Film schafft es trotz einer simplen und geradlinigen Story extrem gut zu fesseln, vermutlich weil sich jeder in mindestens einer der Hauptfiguren wiedererkennen kann. Nur gegen Ende beginnt man die 159 Minuten Laufzeit ein wenig zu spüren. 

Die Story ist nichts speziell Innovatives, aber dennoch interessant. Handwerklich ist der Film solide, die Schauspieler sehr stark. Die Idee einen Film über zwölf Jahre zu drehen und deren Umsetzung verdienen aber für die Kreativität und den künstlerischen Wert besonderen Lob. Schwierig mehr dazu zu schreiben, ohne zu spoilern. Birdman habe ich nicht gesehen, daher kann ich nicht sagen welcher der beiden Filme den Oscar mehr verdient hätte. American Sniper fand ich persönlich stärker. Wettbüros siedeln den aber mit deutlichem Abstand auf den dritten Rang an, was die Chancen betrifft.

Boyhood erhält von mir jedenfalls

7,5/10

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GEWINNSPIEL


Wer sich den Film gerne selber ansehen möchte, kann hier eine DVD gewinnen. 1 Exemplar wird verlost.

Die Wettbewerbsfrage:

Welcher Film ist Hauptkonkurrent von Boyhood um den Oscar für den besten Film?

a) Batman
b) Birdman


Die Antwort zusammen mit Name und Anschrift an mephmanjo@gmx.net senden. Einsendeschluss ist der  08.03.2015

Teilnahmebedingungen:

Kein Kaufzwang. Keine Korrespondenz. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Teilnahmeschluss ist der 08.03.2015. Die Gewinner werden persönlich benachrichtigt und können publiziert werden. Pro Person ist nur eine Teilnahme am Wettbewerb zulässig.


© Universal Pictures International Switzerland. All Rights Reserved.



Sonntag, 15. Februar 2015

Rezension: The Midnight Meat Train

The Midnight Meat Train

So etwas passiert, wenn man DVDs im Sonderangebot kauft. Bradley Cooper, Vinnie Jones, Brooke Shields...klingt nett. Man denkt auch, dass sich jemand wie Bradley Cooper keinen Mistfilm antun muss. Muss er auch nicht...heute. Dieser Streifen - ich hab das natürlich erst nach dem Kauf und Anschauen des Films erfahren - ist jedoch aus dem Jahr 2008. Also aus der Sicht von Cooper Pre-Hangover/A-Team/Limitless/Silver Lining's Playbook etc. Da durfte er sich durchaus Mist antun.

Kommen wir zuerst zum Handwerklichen. Da wechselt der Film zwischen Hui und Pfui. Cooper konnte damals schon schauspielern. Vinnie Jones muss grimmig und bedrohlich aussehen und möglichst keine Miene verziehen. Das kann er, das funktioniert. Brooke Shields nicht schlecht, Leslie Bibb auch. Schauspielerisch keine grossartigen Kritikpunkte. Im Rahmen der zugeteilten Rollen ist das alles okay (die Qualität der Charaktere steht auf einem anderen Blatt).

Teilweise gibt es einige interessante Einstellungen zu sehen. Man spürt förmlich, dass die Kamera die Stimmung des Filmes unterstützen will, dass alles durchdacht ist, nichts dem Zufall überlassen, dass hier jemand sein Handwerk versteht...und dann in der nächsten Szene Blutspritzereffekte für die sich die schlimmsten Gore- und Splatterstreifen schämen würden. Die Spartacus-Serie ist dagegen eine reine Anatomiedoku.

Story hätte Potenzial, welches man völlig verschwendet. Fotograf will New York einfangen um grossen Auftrag an Land zu ziehen. Aufgeblasene Kunstkennerin zwingt ihn mehr Risiko einzugehen. Er geht in die U-Bahn. Dort ist Killer. Killer killt Menschen. Fotograf ist fasziniert, beinahe besessen. Verfolgt Killer. Killer mag das nicht. Am Ende erfährt man wieso Killer killt. Story hätte durchaus Potenzial gehabt, auch wenn es hier nicht so klingt. Als Beispiel ein Dialog zwischen dem Fahrer der U-Bahn und dem Killer, wo der Fahrer sagt "ich bin enttäuscht von dir". Man denkt sich, dass da scheinbar ein Hintergrund ist. Eine grössere Geschichte, ja vielleicht sogar eine interessante Geschichte. Das doofe ist, dass man diese nie erfährt. Sie wird am Ende kurz angedeutet, eher aber hingerotzt.

Der Film ist für Horror ausserdem eher zu harmlos, zu wenig gruselig, zu langweilig. Auch die Idee, dass man am Ende des Films wieder an den Anfang springt ist nett, aber ausgelutscht und hilft in dem Fall auch nicht.

Da nicht alles schlecht war und ich auch schon schlechtere Filme gesehen habe.

4,5/10